AllgemeinEinhardstraße/ Wolfsgasse

Bürgeranliegen ernst nehmen – weit gefehlt!

Sie kennen doch sicherlich das Sprichwort: „Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten“. Leider habe ich in den letzten fünf Jahren reichlich davon bekommen. Dabei fing alles sehr vielversprechend an. Ich bemerkte, dass in meinem Wohnumfeld – Tempo 30 Zone – viel zu schnell gefahren wurde. Ich nahm Kontakt mit dem damaligen Leiter des Straßenverkehrsamtes auf. Dieser war sofort bereit meine Beobachtung durch entsprechende Langzeitmessungen an zwei Stellen über jeweils eine Woche hinweg zu verifizieren. Das Ergebnis war erschreckend.  80 % der Fahrzeuge waren – teils erheblich – zu schnell unterwegs. Prima dachte ich: „Dann hat dich dein Gefühl nicht getäuscht und die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat werden sich sicherlich sachlich mit dem Thema auseinandersetzen und eine gute Lösung für das Problem finden“. Leider sah es in der Realität etwas anders aus. Schnell war ein Antrag der UB Gangelt durch die Stimmen der Mehrheitsfraktion der CDU abgelehnt und damit die sachliche Diskussion im Keim erstickt. Die Antworten der Verantwortlichen aus der CDU Fraktion und der Gemeindeverwaltung klingen noch heute wie Hohn in meinen Ohren. „Hier kann man 50 fahren“,  „Wir wollen Tempo 30 nicht erzwingen“, „Wenn wir hier etwas tun, müssen wir an anderen Stellen auch etwas tun“  oder „Wir müssen uns nur mit dem Thema auseinander setzen, weil der Schatzmeister der UB Gangelt dort wohnt“. Fachliche Auseinandersetzung mit einem Problem sieht für mich anders aus. Ein Problem nicht lösen zu wollen ist das Eine, aber  unnötig zusätzliche Probleme zu schaffen, das ist schon eine Kunst. Die Gemeindeverwaltung hatte die geniale Idee, obwohl die CDU Mehrheitsfraktion beschlossen hatte nichts zu tun, einen Kreisverkehr im Kreuzungsbereich der Straßen Wolfsgasse, Einhardstraße, Dr. von den Driesch Straße, zu bauen. Dieser Kreisverkehr sollte dann die Geschwindigkeitsprobleme im gesamten Wohngebiet lösen. Damit es für die Steuerzahler nicht zu teuer wird – 11.000 Euro sollten reichen – wurde die Billigvariante mit sogenannten „Kölner Tellern“ gewählt. Jeder weiß, es verursacht einen höllischen Lärm, wenn ein LKW oder Gespann darüber fährt.  Aber was kümmert es die Verantwortlichen in der Gemeindeverwaltung, wenn Anwohner diesen Lärm zigfach am Tag und auch in der Nacht ertragen müssen. Im Verwaltungsbüro in der Burgstraße 10  bekommt man hiervon ja nichts mit und was kümmert es einen, wenn man selbst nicht betroffen ist. Neben der Lärmbelästigung wurde aber ein weiteres gravierenderes Problem geschaffen –  nämlich das Durchfahren eines Kreisverkehres im Uhrzeigersinn. Zeitweise hat man den Eindruck auf den Britischen Inseln zu sein.  Nein, das ist nicht lustig, sondern sehr gefährlich. Vielleicht liegt es ja an der merkwürdigen Konstruktion mit den „Kölner Tellern“, dass dieser Kreisverkehr von immer mehr Verkehrsteilnehmern nicht ernst genommen wird.  Auf die beiden zusätzlichen Probleme mehrfach angesprochen, gibt es seitens der Gemeindeverwaltung keine Antworten mehr.

Als Bürger ist man an dieser Stelle ratlos und fragt sich, was man wohl tun kann, um dieser Ignoranz zu begegnen.

SIE KÖNNEN ETWAS TUN!

Gehen Sie am 13. September zur Wahl und wählen Sie einen besseren Gemeinderat, damit Ihre Bürgeranliegen in Zukunft ernst genommen werden.

 

 

Josef Dietel – Kandidat der UB Gangelt im Wahlbezirk Gangelt III

2 Gedanken zu „Bürgeranliegen ernst nehmen – weit gefehlt!

  1. Was wollen Sie eigentlich? Tempo 30 gilt dort, die Parkflächen sorgen für zusätzliche Temporeduzierung und der Kreisverkehr, so rudimentär er auch sein mag, verhindert zudem ein hohes Tempo. Geht es Ihnen nicht eher darum, den Verkehr vor Ihrem Haus möglichst gänzlich zu verhindern? Sie wollten gewählt werden um etwas für die Bürger zu erreichen. Offensichtlich ist aber, dass die eigenen Interessen zuerst bedient werden sollen.
    Zumindest haben das die Gangelter Bürger schon vor der Wahl erkannt.

    1. Lieber Herr Fuchs,
      zu Beginn der Antwort möchte ich vor allem auf Ihr Argument eingehen, dass der „Kölner Teller“-Kreisverkehr ein hohes Tempo verhindert.
      Nein, ich wohne nicht in der Wolfgasse und nein, ich bin kein Gangelter, der daraus einen direkten Vorteil ziehen würde, doch trotzdem bemerke ich, dass dort die Verkehrssicherheit eingeschränkt wird. Wenn dort mit 70kmh durch die Ortschaft gerast wird oder sogar sämtliche Verkehrsgrundlagen missachtet werden und „mal eben so“ linksrum im Kreisverkehr gefahren wird, ist meine Sicherheit selbst als Fußgänger bzw. Fahrradfahrer nicht mehr gegeben. Ich sehe dies besonders kritisch in Hinsicht auf den Kindergarten, der in direkter Nähe dieses Kreisverkehrs liegt.
      Dass dabei auch Lärm entsteht, der keineswegs adäquat für ein dörfliches Wohngebiet ist, kann ich dabei vollstens verstehen – auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht egoistisch klingt -, „doch wenn man davon nichts mitbekommt, existiert er ja auch nicht“, richtig?
      Nun verstehe ich ihren Vorwurf nicht, inwiefern dabei „die eigenen Interessen“ von Herrn Dietel zuerst bedient werden sollen: ist es nicht im Sinne der Nachbarn und umliegenden Ortschaften, etwas direkt in Gangelt zu verändern bzw. zu verbessern? Hier werden doch nach und nach Problemzonen in Gangelt selbst abgearbeitet, wobei diese nun als Beispiel diente.
      Dabei sehe ich auch keinen Grund, warum die Aussagekräftigkeit dieses Anliegens allein darauf zurückgeführt wird, dass in dieser Straße der „Schatzmeister Gangelts“ wohnt.
      Das Problem besteht nun doch auch ohne diesen Fakt und das Anliegen ist nicht weniger berechtigt, wenn er dort wohnt; im Gegenteil kennt sich Herr Dietel dadurch sicherlich am besten mit der Situation aus.
      Daher sehe ich dort eine große Ignoranz, ein Anliegen allein mit solch belanglosen Argumenten zu kritisieren, anstatt die Situation differenziert zu betrachten.
      Aber anscheinend ist sogar die Mehrheitsfraktion der CDU nicht in der Lage, die Situation richtig einzuschätzen und somit das Wohl der Bürger in Gangelt zu wahren.

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